JUDOMATTEN

Judomatten haben die Aufgabe den Kämpfern ausreichend Schutz und Sicherheit zu bieten und gehören somit zum essenziellsten Bestandteil der Trainingsausrüstung. Kampfsportmatten wie Judomatten, Fitnessmatten, Gymnastikmatten, Gymmatten und Yogamatten gibt es in unterschiedlichen Varianten, Materialien, Oberflächenstrukturen, sowie Stärken und Härtegraden. Aus diesem Grund ist es wichtig, all diese unterschiedlichen Merkmale zu kennen, um zu wissen, welches Modell sich für deine Sportdisziplin eignet.  

Ist man auf der Suche nach Judomatten, so kriegt man eine Vielzahl von Suchergebnissen wie Tatami-Matten, Wacoku-Matten oder Koreanische Matten gezeigt. Dazu sollten du wissen, dass jeder dieser Matten anders und für verschiedene Anwendungen geeignet sind. Als Judomatten eignen sich ebenfalls Puzzlematten und sind eine preisgünstigere Variante zu den herkömmlichen Tatami-Matten.

Tatami-Matten - Früher

Judomatte tatami früher mit Stoffrand

Früher wurden in Japan Tatami-Matten für Kampfsport Disziplinen wie Judo oder Teakwondo eingesetzt. Das Innere der Tatami-Matte bestand aus getrocknetem Reisstroh, worauf dann eine aus Igusa-Gras gefertigte Binsenmatte fixiert wurde. Die Längsseiten wurden anschließend mit einem Stoff befestigt, um das Reistroh mit der Binsematte zu verbinden und zum anderen, um für eine schöne Optik zu sorgen. Dadurch, dass die Matten sehr empfindlich und der Herstellungsprozess sehr aufwendig und zeitintensiv war, wurden die Matten lediglich nur Barfuß betreten, damit sie nicht kaputt gehen. 

Heute hat sich jedoch die Herstellungsart als auch die Anforderung an Kampfsportmatten verändert. Inzwischen findet man unzählige Judomatten die speziell dazu entwickelt worden sind, um Würfe abzufedern, eine stabile Bodenhaftung zu ermöglichen, Sicherheit und Komfort zu bieten, als auch Verbrennungen bzw. Schürfwunden zu minimieren. 

Judomatten - Heute 

Die modernen Judomatten bestehen heute in der Regel aus 3 Segmenten. Auf der Oberseite der Matte sorgt eine Vinylbeschichtung zum Schutz vor Schmutz, als auch um vor Verbrennungen bzw. Schürfwunden zu schützen. Das Innere bzw. der Kern der Matte besteht vorwiegend aus Schaumstoff, welcher je nach Matten-Modell eine andere Dichte aufweisen kann, die sich wiederum in den unterschiedlichen Härtegraden widerspiegelt. An der Unterseite wird ein rutschfestes Material verwendet, um eine optimale Bodenhaftung zu garantieren, sodass die Matte während einem Kampf nicht wegrutscht.  

Moderene Judomatten haben die Maße 1×1 m und 1×2 m und sind demnach quadratisch oder rechteckig. Die Stärke ist je nach Modell unterschiedlich, jedoch weisen die gängigsten Matten eine Stärke von 4-5 cm auf. 

Die meisten moderenen Matten haben eine unebene Oberflächenstruktur, die identisch zu der früheren Oberfläche der Tatami-Matte ist. Das Reisstrohmuster minimiert die Rutschgefahr und bietet zusätzliche Dämpfung bei Stützen bei. 

Judomatte reisstrohmuster rot grün

Was bedeutet „RG“ bei den Judomatten? 

RG ist die Abkürzung für Raumgewicht und gibt die Härte der Judomatte wieder. Der gefragteste RG-Wert ist 235, welcher eine mittharte Matte darstellt und sich eher für Anfänger eignet. RG 260 hingegen stellt eine härtere Matte dar, welche eher für Profis bestimmt ist. 

Judomatten - Puzzlematten

Inzwischen existieren auch Judomatten mit einem Puzzlesystem, welche aus einzelnen Steckelementen bestehen. Dies hat zumal den Vorteil, dass die Verzahnungen dafür sorgen, dass die einzelnen Puzzleteile fest miteinander befestigt sind und somit nicht wegrutschen bzw. keine gefährlichen Lücken entstehen. Die meisten Puzzlematten haben die Maße 100 x 100 cm oder 100 x 200 cm und werden je nach Belieben zu einer einheitlichen Fläche zusammengefügt. Dadurch, dass die Vor- und Rückseiten unterschiedlich gefärbt sind, lassen sie sich beidseitig verlegen, um bestimmte Bereiche der Kampffläche abzugrenzen. 

Die Dicke der Kampfsportmatten wird von diversen Faktoren bestimmt:

  • die Fallhöhe
  • die Haltbarkeit
  • die Festigkeit der Oberfläche
  • der Aktivität (z.B stehende Aktivität oder Wurfaktivität)
Puzzlematten Judomatte rot blau

Judo hängt mit sehr vielen Wurfaktivitäten zusammen, zum Beispiel erfordert es Würfe über die Schultern, daher empfiehlt sich eine Dicke von 4 cm oder 5 cm, um Stürze abzufedern und um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Der Härtegrad der Judomatte sollte zwischen 30°-35° liegen, sowie einen Fallschutz von 2,1 m bieten. 

Puzzlematte Oberfläche Reisstrohmuster Längsrillen

Oberflächenstruktur & Farben

Judomatten haben meistens einen „Reisstrohmuster“ oder „Längsrillen“. Diese bieten  Barfußkämpfern einen stabileren Halt und minimieren die Rutschgefahr auf der Matte. Außerdem trägt das „Reisstrohmuster“ oder die „Längsrillen“ ebenso zur Dämpfung von Stürzen bei und ermöglicht auch bei Kämpfen die im Liegen stattfinden, genug Widerstand und unterstützt schnellere Bewegungen. 

Judomatten gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Farben. Die beliebtesten Farben jedoch sind rot, grün, blau, gelb, türkis oder grau und werden immer in einer Kombination zueinander angewendet, um die Kampffläche in bestimmten Bereichen abzugrenzen. Beispielsweise grenzt die Farbe grün die Kampf- und Sicherheitsfläche wobei rot die Warnfläche eingrenzt. 

Verlegung der Judomatten/ Puzzlematten

Das erste was du bei der Verlegung der Judomatten beachten solltest ist die Größe des Raums. Vergewissere dich, dass du die Fläche, die mit den Matten gefüllt werden soll, genau ausgemessen hast. In der Regel sind die einzelnen Puzzlematten-Flächen 100 x 100 cm. Am besten solltest du die Länge und Breite des Raums genau abmessen, um so herauszufinden, wieviele Puzzlematten du für deine individuell gestaltende Fläche benötigst. Falls du deine Fläche direkt an der Wand aufbauen möchtest, ist ein zusätzlicher Abstand von 5% zwischen Wand und Matte empfehlenswert, um Verschnitt und Montagefehler auszugleichen. Des Weiteren was zu beachten ist, ist die Abgrenzung des Raums durch die Puzzlematten selbst. So kannst du zweifarbige Puzzlematten oder mehrere Farben benutzen, um diese Fläche abzugrenzen, um so deine individuellen Kampfbereiche zu kreieren. Das Verlegen von Puzzlematten geht schneller mit mehreren Personen, aber es ist auch mit nur einer Person möglich. Dies würde nur etwas länger dauern. Dafür musst du die Kanten der Matten zusammenstecken und sie entweder mit der Hand oder mit dem Fuß gegen den Boden bzw. nach unten drücken.

Judomatten/ Puzzlematten richtig reinigen

Judo und andere Kampfsportarten, wie MMA, BJJ etc., sind mit mit viel Körperkontakt, Bodentechniken und Würfen auf den Boden geprägt. Das alles führt dazu, dass auf den Judomatten Schweiß, Staub, Speichel und andere Partikel gelangen. Die richtige Reinigung und Hygiene ist dabei enorm wichtig. Durch das sorgfältige und regelmäßige reinigen, gewährst du deinen Puzzlematten eine erhöhte Lebensdauer.

5 Schritte wie du Judomatten effektiv reinigen kannst: 

  1. Die Matten mit einem Besen oder einem Staubtuch kehren, um Schmutz und Ablagerungen zu entfernen
  2. Eine PH-neutrale Reiningungslösung mit warmen Wasser vermischen (es gibt PH-neutrale Reinigungsmittel, die Bakterien effektiv entfernen)
  3. Einen Wischmopp (kein Dampfmopp) in die Reinigungsflüssigkeit eintunken und das Wasser vollständig auspressen, sodass der Mopp feucht bleibt und die Matten nicht durchnässen
  4. Um sicher zu stellen, dass die Matten nicht durchnässen, kannst du die Reinigungslösung in eine Sprühflasche füllen und die Matten damit besprühen, dann mir einem trockenen Mopp drüber wischen. 
  5. Matten trocknen lassen (im besten Fall anheben, damit sie von beiden Seiten vollständig trocknen kann) 

4 Tipps wie du niemals deine Judomatten reinigen solltest: 

  • NICHT mit einem motorisierten oder mechanischen Sauger saugen (dies kann die Oberfläche der Puzzlematten einreißen und die Verzahnungen ausreißen)
  • KEINE Chemikalien oder Bleichmittel verwenden
  • KEINE alkoholhaltigen Reinigungslösungen oder Handdesinfektionsmittel verwenden
  • KEINEN Dampfmopp verwenden (dies kann die Puzzlematten verformen)
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